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Reifen richtig einlagern: So bleiben deine Räder schwarz und fit

Räderwechsel ist erledigt, die Sommerräder stehen in der Garage und eigentlich will man sie jetzt nur noch in die Ecke stellen und vergessen. Genau da passiert aber der Fehler, den ich selbst schon oft gesehen habe. Ein halbes Jahr später holst du die Räder raus und die Felgen sind voll mit festgebackenem Bremsstaub und die Reifen sehen braun und alt aus. Hier zeige ich dir, wie ich meine Räder einlagere und warum Reifen überhaupt braun werden.

Warum werden Reifen braun?

Braune Reifenflanke im Vergleich zur gereinigten, tiefschwarzen Flanke

Das Braune auf der Reifenflanke ist nicht einfach nur Dreck von der Straße. Im Gummi stecken Schutzstoffe, die den Reifen vor dem Altern durch Ozon und Sauerstoff schützen sollen. Diese Stoffe wandern mit der Zeit an die Oberfläche, reagieren dort und färben die Flanke bräunlich. Wenn ein Reifen rollt, wird das Zeug immer wieder verteilt und abgerieben. Steht er dagegen monatelang im Keller, sammelt es sich an und die Reifen kommen braun aus dem Lager.

Die gute Nachricht: Das bekommst du runter. In einem Video habe ich einen Winterreifen mit Allzweckreiniger und Bürste bearbeitet und der Schaum wurde sofort bräunlich. Danach habe ich mit einem Tuch nachgewischt und selbst da kam noch richtig viel Schmutz raus. Erst als die Flanke wirklich sauber war, kam das Reifengel drauf. Der Unterschied zwischen vorher und nachher war echt krass, von hellgrau braun zu richtig schön schwarz.

Schritt für Schritt: So lagere ich meine Räder ein

Saubere Kompletträder auf einem fahrbaren Felgenbaum im kühlen, dunklen Keller

1. Markieren. Bevor die Räder runterkommen, markiere ich mit Fettkreide, wo welches Rad montiert war, zum Beispiel VL für vorne links. Ich schreibe das auf die Innenseite, dann sieht man es später von außen nicht.

2. Sichtprüfung. Wenn das Rad runter ist, schau dir den Reifen genau an. Stecken Steinchen im Profil, kannst du die vorsichtig mit einem Schraubenzieher rauspulen. Steckt irgendwo eine Schraube drin oder ist die Flanke beschädigt, dann muss der Reifen getauscht werden. Bei der Gelegenheit gleich die Profiltiefe checken.

3. Felgen gründlich reinigen. Das ist für mich der wichtigste Schritt. Bremsstaub, der monatelang auf der Felge sitzt, wird immer hartnäckiger. Bei einem Räderwechsel am Tiguan hatte ich genau das: Die Felgen wurden beim letzten Mal nicht gereinigt und entsprechend sah es aus. Also Felgenreiniger drauf, mit Bürste und Pinsel auch ins Felgenbett und hinter die Speichen und gut abspülen. Welche Felgenreiniger bei mir am besten abgeschnitten haben, siehst du in meinem Felgenreiniger Extrem Test.

4. Reifen reinigen. Allzweckreiniger auf eine Bürste, Flanke schrubben, abspülen. Wie das mit einem Universalreiniger aussieht, habe ich dir in meinem Beitrag Autoreifen reinigen mit Koch Chemie Green Star gezeigt.

5. Komplett trocknen lassen. Räder nie nass einlagern. Ich lasse sie in Ruhe durchtrocknen und wische Wasser aus dem Felgenbett aus.

6. Luftdruck checken. Kurz prüfen und bei Bedarf nachfüllen, dann musst du im Frühjahr nicht erst zur Tanke.

7. Richtig lagern. Kühl, trocken und dunkel ist ideal. Keine direkte Sonne, nicht neben der Heizung und nicht direkt neben Öl, Benzin oder Lösungsmitteln. Ich habe bei mir im Keller einen fahrbaren Felgenbaumwagen stehen, da passen vier Räder gut drauf und man kann ihn hin und her schieben. Alternativ kannst du komplette Räder liegend stapeln oder aufhängen.

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Typische Fehler beim Einlagern

Dreckig einlagern. Der Klassiker. Bremsstaub und Straßendreck sitzen danach ein halbes Jahr auf der Felge und gehen immer schwerer runter.

Nass einlagern. Feuchtigkeit im Felgenbett und in der Lagerecke tut weder Felge noch Reifen gut.

Nicht markieren. Im Frühjahr weißt du sonst nicht mehr, welches Rad wohin gehört.

Falscher Lagerplatz. Pralle Sonne am Garagenfenster oder der Platz direkt neben dem Ölkanister sind keine gute Idee.

Reifenglanz auf den dreckigen Reifen. Das Gel klebt dann auf dem braunen Film, statt den Gummi zu pflegen. Erst reinigen, dann pflegen.

Sichtprüfung vergessen. Eine Schraube im Reifen merkt man besser jetzt als beim nächsten Wechsel.

Und beim nächsten Wechsel?

Wenn die Räder sauber und trocken eingelagert wurden, ist der Wechsel im Frühjahr eine entspannte Sache. Mit einem stabilen Rangierwagenheber geht das noch leichter, ich hatte zum Beispiel lange den BGS 2889 Rangierwagenheber im Einsatz. Wie ich dabei vorgehe, vom Lösen über Kreuz bis zum Anziehen mit dem Drehmomentschlüssel, zeige ich dir im Video oben und in meinem Beitrag Winterreifen Wechsel leicht gemacht. Und falls die Reifen trotzdem etwas braun aus dem Keller kommen: kurz reinigen, Reifengel drauf, fertig.


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