Lederlenkrad reinigen und pflegen: So wird dein speckiges Lenkrad wieder matt
Kein Teil im Auto fasst du so oft an wie das Lenkrad. Jeden Tag, bei jeder Fahrt, mit warmen, kalten, sauberen und weniger sauberen Händen. Irgendwann glänzt das Leder an den Griffstellen, fühlt sich schmierig an und sieht abgegriffen aus. Die gute Nachricht: Meistens ist das kein Verschleiß, sondern einfach Dreck. Ich zeige dir, wie ich mein Lederlenkrad in wenigen Minuten wieder sauber und matt bekomme.
Warum ein Lederlenkrad speckig wird

Hautfett, Schweiß, Handcreme und Staub setzen sich in die Narbung des Leders. Mit der Zeit entsteht daraus ein Film, der das Leder glänzen lässt. Neues Autoleder ist in der Regel matt, ein glänzendes Lenkrad ist also fast immer ein Zeichen für Schmutz. Bei mir sieht man das genau dort, wo meine Hände liegen. Rechts, wo die Hand beim Fahren häufiger ruht, war der Glanz deutlich stärker als am Rest.
Wie viel da drin steckt, hat mich bei meinem Auto mit etwas über 40.000 km selbst überrascht. Ich hatte das Leder zwischendurch immer mal gepflegt, trotzdem kam bei der ersten richtigen Reinigung nach wenigen Sekunden schon richtig dunkler Schmutz aufs Tuch. Das ist ganz normal, denn auch frisch gewaschene Hände tragen Fett und Schmutz mit sich. Und wer wie ich auch mal schraubt, kennt das: Ein Handschuh hält nicht dicht und schon landet der Dreck am Lenkrad.
Das brauchst du
Viel ist es nicht. Ein Lederreiniger, eine Lederpflege und zwei saubere Mikrofasertücher. Ich habe das mit verschiedenen Produkten gemacht, zum Beispiel mit dem Lederreiniger und der Lederpflege von Dr. Wack und mit dem Leather Cleaner und der Leather Protection von Sonax. Beides funktioniert gut. Wer möchte, füllt den Reiniger in einen kleinen Schaumsprüher, dann hast du einen dichten Schaum, der nicht wegläuft. Eine weiche Lederbürste ist optional für sehr verschmutzte Lenkräder.
Schritt für Schritt: So reinige ich mein Lederlenkrad

1. Gute Position und gutes Licht. Ich stelle das Lenkrad ganz nach oben und schiebe den Sitz nach hinten. So kommst du rundherum gut dran. Eine Lampe hilft, um den Glanz richtig zu sehen. Wenn du einen Vorher Nachher Vergleich willst, klebst du ein Stück mit Malerkrepp ab.
2. Reiniger ins Tuch, nicht aufs Lenkrad. Sprühst du direkt auf das Lenkrad, verteilt sich der Sprühnebel auf Armaturenbrett, Display und Scheibe. Ich gebe den Reiniger deshalb immer aufs Tuch oder nehme den Schaum aus dem Schaumsprüher und verteile ihn mit den Fingern.
3. Mit wenig Druck reinigen. Jetzt das Leder mit leichtem Druck abwischen, gerne in kreisenden Bewegungen. Mehr Kraft braucht es nicht, der Reiniger macht die Arbeit. Vergiss die Innenseite und die Rückseite nicht, da liegen die Finger ständig. Steckt kein Schlüssel, hilft dir die Lenkradsperre als Widerstand.
4. Zweite Runde bei Bedarf. Ist das Tuch nach der ersten Runde noch sehr dunkel, mach einfach einen zweiten Durchgang mit einer sauberen Seite. Lieber zweimal sanft als einmal mit Gewalt. Bei robustem Leder kannst du eine weiche Bürste nehmen, bei empfindlichem reicht das Tuch völlig.
5. Kurz ablüften lassen. Danach ist das Leder sauber und offen und sieht oft schon deutlich matter aus. Ich lasse es ein paar Minuten trocknen.
6. Pflegen. Die Lederpflege ist meist eine dickere Milch. Einen kleinen Klecks aufs Tuch oder einen Schwamm und dann mit wenig Druck rundherum einarbeiten, einmal komplett 360 Grad. Ein paar Minuten einziehen lassen und den Überschuss mit einem sauberen Tuch abnehmen. Landet etwas auf den Kunststoffteilen, wischst du es direkt mit ab.
Das Ergebnis ist ein sauberes, mattes und griffiges Lenkrad. Nicht speckig, nicht glänzend, sondern so, wie es mal ausgesehen hat.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Wie oft solltest du das Lenkrad reinigen?
Da das Lenkrad viel mehr abbekommt als die Sitze, reinige ich es öfter. Wer viel fährt, kann das ruhig alle paar Wochen kurz machen, eine gründliche Runde mit Pflege mindestens ein paar Mal im Jahr. Je öfter du reinigst, desto weniger musst du am Ende schrubben. Sind Stellen wirklich abgegriffen und die Farbe ist weg, hilft Reinigen allein nicht mehr. Dann bleibt nur das Nachfärben mit einem passenden Tönungsset, ähnlich wie ich es bei Ledersitzen schon gemacht habe.
Typische Fehler beim Lederlenkrad
Cockpitspray oder Kunststoffpflege aufs Lenkrad. Glanzmittel und silikonhaltige Pflege haben auf dem Lenkrad nichts zu suchen. Das wird rutschig, und das ist beim Fahren gefährlich.
Zu viel Pflege. Eine dicke Schicht macht das Lenkrad wieder glänzend und schmierig. Dünn auftragen und den Rest abnehmen.
Direkt sprühen. Der Sprühnebel landet überall im Cockpit.
Harte Bürsten und viel Druck. Damit reibst du dir im schlimmsten Fall die Farbschicht ab.
Nur reinigen, nicht pflegen. Nach der Reinigung braucht das Leder wieder Schutz, sonst trocknet es aus.
Mehr zum Thema Leder und Innenraum
Lederreiniger und Lederpflege von einem anderen Hersteller habe ich dir schon in meinem Beitrag zu Chemical Guys Lederreiniger und Lederpflege gezeigt. Für das restliche Cockpit nutze ich gerne den Sonax Xtreme Interior Detailer. Und wie ich den kompletten Innenraum angehe, findest du in meiner Anleitung zur Innenraumreinigung.
28,99 €
inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
Keine Kommentare vorhanden